Im Januar 2026 beginnt vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf der Prozess im sogenannten „Budapest-Komplex“. Dabei wird sechs Personen vorgeworfen, im Februar 2023 am Rande eines neonazistischen Aufmarsches in Budapest Teilnehmende angegriffen zu haben. Begleitend zum Prozessauftakt sind mehrere Veranstaltungen geplant.
Für Samstag, den 10. Januar, sind in Düsseldorf mehrere Versammlungen angemeldet, die sich gegen die extreme Rechte richten:
– Den Beginn markiert um 14 Uhr die ‚PRÜF‘-Demonstration unmittelbar vor dem Landtag NRW, deren zentrales Anliegen die Forderung nach einem AfD-Verbotsantrag ist.
– Ergänzend dazu lädt die ‚Budapest Soligruppe Düsseldorf/NRW‘ für 17 Uhr auf den Johannes-Rau-Platz ein, um unter dem Motto ‚Antifaschismus verteidigen!‘ eine Solidaritätsveranstaltung abzuhalten.
13. Januar: Zum eigentlichen Prozessauftakt organisiert die „Budapest Soligruppe“ um 8:30 Uhr eine Kundgebung direkt vor dem Gerichtsgebäude am Kapellweg 36.
15. Januar: Mit dem Impulsvortrag von Prof. Dr. Mouhanad Khorchide zum Thema „Antisemitismus als gesamt-gesellschaftliche Gefahr“ startet die Vortragsreihe „Zeichen setzen gegen Antisemitismus“. Auf der Grundlage aktueller Forschung werden antisemitische Vorstellungen unter Muslima und Muslimen beleuchtet. Dabei geht es ausdrücklich darum, dieses Phänomen im gesamtgesell-schaftlichen Kontext zu verorten und nicht als „muslimisches” oder gar “importiertes Problem“ zu betrachten. Im Anschluss diskutieren Stimmen aus jüdischen und muslimischen Kontexten sowie aus Wissenschaft und Politik.
Beginn ist um 18:30 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof). Veranstalter*innen sind u.a. die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, RIAS NRW, SABRA NRW uind das Zentrum für Islamische Theologie der Universität Münster.
21. Januar: Rechte Akteur*innen, insbesondere die AfD, nutzen TikTok gezielt, um junge Menschen zu erreichen. Dabei setzen sie auf die Verzerrung historischer Fakten, Geschichtsrevisionismus und Populismus. In dem Vortrag „Die extreme Rechte auf TikTok. Geschichtsrevisionismus in jugendlichen Lebenswelten.“ analysieren die Studierenden Charlotte Heim und Ida Tolle diese Strategien und zeigen auf, wie kritische Medienkompetenz gestärkt werden kann.
Die Veranstaltung, die in Kooperation mit dem Jugendring Düsseldorf stattfindet, beginnt um 18:30 Uhr in der Hochschule Düsseldord, Gebäude 3, Raum 1.001.
22. Januar: Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf lädt um 19 Uhr zu einem Vortrag von Prof. Dr. Stephan Grigat in den Leo-Baeck-Saal (Paul-Spiegel-Platz 1) ein. Das Thema lautet „Projektiver Antizionismus: Antisemitismus gegen Israel vor und nach dem 7. Oktober“. Für diese Veranstaltung ist eine Anmeldung über diesen Link erforderlich.
22. Januar: Zeitgleich plant der extrem rechte AfD-Kreisverband Düsseldorf eine Veranstaltung mit Christina Baum im Bürgerhaus Bilk.
Das antirassistische Bündnis Düsseldorf stellt sich quer mobilisiert zu einer Protestkundgebung unter dem Motto „Gemeinsam gegen Verschwörungstheorien und Rassismus“ gegen die Veranstaltung der AfD. Die Kundgebung beginnt um 18 Uhr vor dem Bürgerhuas Billk, Bachstraße 145.
27. Januar: Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus findet um 15 Uhr am Deportations-Mahnmal an der Ecke Toulouser Allee/Marc-Chagall-Straße unterhalb der Jülicher Brücke eine Kranzniederlegung statt. Seit 2012 erinnert das dortige Mahnmal an den ehemaligen Güterbahnhof Derendorf, der zwischen 1941 und 1944 als zentraler Ausgangspunkt für die Deportationen der jüdischen Bevölkerung aus dem gesamten Regierungsbezirk Düsseldorf in die Ghettos und Vernichtungslager diente.
27. Januar: Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „INPUT – antifaschistischer Themenabend“ spricht Jörg Kronauer um 19:30 Uhr im Linken Zentrum „Hinterhof“ (Corneliusstraße 108) über das Thema „Ungarn ganz rechts“. Vorab wird ab 18:30 Uhr eine KüFa (Küche für alle) angeboten.

