Proteste gegen „Sommerfest“ der AfD am 5. Juli

Der AfD-Kreisverband Düsseldorf richtet am Sonntag, dem 5. Juli, sein sogenanntes Sommerfest aus. Dabei präsentiert sich der Kreisverband aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt erneut offen für den völkisch-nationalistischen Flügel der extrem rechten Partei. Diese Ausrichtung zeigt sich auch in der Auswahl der angekündigten Redner, die am Sonntag im Kulturzentrum Palais Wittgenstein sprechen sollen:

  • Matthias Helferich: Der Dortmunder Bundestagsabgeordnete wird als Hauptredner beworben. Er fiel in der Vergangenheit durch affirmative NS-Vergleiche sowie menschenverachtende Vertreibungspläne auf. Ein Ausschlussverfahren des NRW-Landesverbandes gegen ihn blieb vor dem Bundesschiedsgericht erfolglos. Dies zeigt, dass solche Positionen parteiintern kein formales Ausschlusskriterium darstellen und rechtlich toleriert werden.1
  • Luca Hofrath: Der NRW-Landesvorsitzende der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ (GD) soll ebenfalls auftreten. Der Verfassungsschutz in NRW stuft diesen Landesverband als „rechtsextremistischen Verdachtsfall“ ein. Demnach stellt die Organisation faktisch eine personelle und inhaltliche Fortsetzung der aufgelösten „Jungen Alternative“ dar, die als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ galt.2
  • Zacharias Schalley: Der Landtagsabgeordnete aus dem Rhein-Kreis Neuss und „Alte Herr“ der Düsseldorfer Burschenschaft „Rhenania-Salingia“ wurde 2023 überregional bekannt, als ihm das Verwaltungsgericht Düsseldorf wegen Zweifeln an seiner waffenrechtlichen Zuverlässigkeit die Waffenbesitzkarte entzog.3

Vernetzungstreffen der extremen Rechten

Die als „Sommerfest der AfD Düsseldorf“ beworbene Veranstaltung dient vor allem der Vernetzung des völkisch-nationalistischen Lagers innerhalb der Partei. Die Zusammenkunft soll zudem den Düsseldorfer Ratsmitgliedern Elmar Salinger und Jeremy Franosch eine strategische Bühne für ihre angestrebte Landtagskandidatur bieten.
Franosch nimmt dabei eine verbindende Rolle ein: Er ist als Beisitzer im Landesvorstand der GD NRW tätig und teilt mit dem Redner Zacharias Schalley die Mitgliedschaft in der Burschenschaft „Rhenania-Salingia“, die dem vielfach dem extrem rechten Spektrum zugeordneten Korporationsverband „Deutsche Burschenschaft“ angehört.4

Vor dem Bundesparteitag unterstützt Kreissprecher Elmar Salinger die geplante Reform der Unvereinbarkeitsliste. Der maßgeblich von Thüringens Landeschef Björn Höcke vorangetriebene Vorstoß sieht eine parteieigene Extremismus-Definition vor, die sich nicht an den Maßstäben des Verfassungsschutzes orientiert. Ziel der Reform ist es, die Hürden für eine Zusammenarbeit mit extrem rechten Gruppen abzubauen.5

Das antirassistische Bündnis Düsseldorf stellt sich quer ruft zum Protest gegen das extrem rechte Vernetzungstreffen auf: Sonntag, 5. Juli, um 15:30 Uhr in der Bilker Straße, nahe dem Palais Wittgenstein.

  1. https://www1.wdr.de/politik/politik-in-nrw/helferich-afd-schiedsgericht-100.html ↩︎
  2. https://www1.wdr.de/politik/politik-in-nrw/generation-deutschland-nrw-afd-jugend-rechtsextremistischer-verdachtsfall-100.html ↩︎
  3. https://rp-online.de/nrw/landespolitik/urteil-in-nrw-afd-mitgliedschaft-ist-grund-fuer-waffenentzug_aid-87589627 ↩︎
  4. https://www.spiegel.de/panorama/rechte-burschen-und-ihr-netzwerk-mit-afd-und-neonazis-spiegel-tv-a-c4582d4b-5d30-4c5a-9bf9-924b05b5c5eb ↩︎
  5. https://www.zdfheute.de/politik/afd-parteitag-antragsbuch-100.html ↩︎
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Proteste gegen die AfD am 15. Juni im „Japan-Viertel“

Der Düsseldorfer AfD-Kreisverband plant für Montag, den 15. Juni 2026, eine erneute Vereinnahmung des öffentlichen Raums. Dieses Mal soll ein „Stadtrundgang“ durch das Japanviertel führen – ein Vorhaben, gegen das die Zivilgesellschaft bereits breiten Protest mobilisiert.

Die extrem rechte Partei nutzt die Aktion primär als Content-Fabrik für parteinahe Social-Media-Aktivist*innen. Unter dem Label einer „gelungenen Parallelgesellschaft“ wird die japanische Community für eine rassistische Nützlichkeitsdebatte instrumentalisiert. Die AfD konstruiert hier eine Klassifizierung, die Migrant*innen in „wertvoll“ und „wertlos“ sortiert. Diese Spaltungsstrategie dient als ideologischer Wegbereiter, um die fortlaufende Herabwürdigung von Menschen wie Geflüchteten und Muslim*innen zu legitimieren.
Der parteiübergreifende Gegenprotest steht hierbei geschlossen für Solidarität, Vielfalt und universelle Menschenwürde.1

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Proteste gegen die AfD am 18. Mai in Oberbilk und Unterbilk

Für kommenden Montag, den 18. Mai, kündigt der AfD-Kreisverband Düsseldorf einen erneuten „Rundgang“ durch das Bahnhofsviertel an. Es ist der zweite Anlauf innerhalb weniger Wochen: Bereits am 27. April hatte die extrem rechte Partei mit etwa 40 Teilnehmenden eine ähnliche Aktion durchgeführt, an der auch die brandenburgische AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré teilnahm. Dieser erste „Rundgang“ wurde jedoch durch massive, friedliche Gegenproteste blockiert, sodass die Veranstalter die geplante Route nur stark verkürzt absolvieren konnten.

Mit dem als „Düsseldorfer Stadtbild“ betitelten Rundgang durch das Bahnhofsviertel beabsichtigt die AfD erneut, den urbanen Raum für ihre extrem rechte Agenda zu instrumentalisieren. Bildaufnahmen aus dem migrantisch geprägten Oberbilk sollen dabei einem visuellen Othering dienen: Die Partei konstruiert gezielt eine Bedrohungskulisse, um das völkisch-nationale „Konzept“ der „Remigration“ in den öffentlichen Diskurs zu rücken. Einschlägige Medienaktivist*innen forcieren hierbei den Aufbau einer Gegenöffentlichkeit, welche die Aktion nach den Mustern extrem rechter Propaganda digital verlängert.

Gegen den erneuten Anlauf der AfD formiert sich bereits breite gesellschaftliche Gegenwehr. Das überparteiliche und antirassistische Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“ mobilisiert zu Gegenprotesten; Treffpunkt ist um 16 Uhr an der Ecke Ellerstraße / Willi-Becker-Allee.

Zudem plant der AfD-Kreisverband im Anschluss einen Vortragsabend im Bürgerhaus Bilk, bei dem der Bundestagsabgeordnete Sebastian Münzenmaier referieren soll. Diese Personalie birgt erhebliche politische Brisanz für das Selbstverständnis der Partei: Dass der Kreisverband ausgerechnet einen AfD-Politiker sprechen lässt, der wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung rechtskräftig vorbestraft ist, steht in diametralem Widerspruch zur propagierten „Law and Order“-Linie.

Das Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“ organisiert daher ab 18 Uhr eine Kundgebung vor dem Bürgerhaus, um ein sichtbares und hörbares Zeichen gegen die extrem rechte Veranstaltung zu setzen.

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Proteste gegen die AfD und ihre völkische Ideologie am 27. April

Der AfD-Kreisverband Düsseldorf setzt seine Strategie fort, Vertreter*innen des völkisch-nationalen Spektrums eine Bühne in der Landeshauptstadt zu bieten.

Für Montag, den 27. April, hat der Kreisverband die brandenburgische Landtagsabgeordnete Lena Kotré eingeladen. Geplant sind ein „Rundgang“ durch das Bahnhofsviertel am Nachmittag sowie ein Vortragsabend im Bürgerhaus Bilk. Mit dieser Einladung unterstreicht der lokale AfD-Kreisvorstand erneut seine Anbindung an das völkisch-nationale Lager der Partei, nachdem in der Vergangenheit bereits Politiker wie Björn Höcke und Hans-Christoph Berndt oder der „neurechte“ Stratege Götz Kubitschek gastierten.

Lena Kotré gehört dem brandenburgischen Landesverband an, der vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft wird. Innerhalb der AfD gilt sie als radikale Ideologin des verfassungswidrigen Konzepts der „Remigration“. Ihre politischen Forderungen – darunter die Ausweisung von Millionen Menschen, die Ermittlung der Herkunft durch DNA-Tests sowie die Durchführung von Abschiebungen durch private Unternehmen – markieren einen deutlichen Bruch mit rechtsstaatlichen Prinzipien. Erst im September 2025 scheiterte sie im Brandenburger Landtag mit dem Versuch, ein „Landesamt für Remigration“ zu etablieren. Als sogenannte „Innen- und Remigrationspolitische“ Sprecherin der Brandenburger AfD fungiert Lena Kotré darüber hinaus als Bindeglied zu europaweiten extrem rechten Netzwerken, wie ihre Auftritte bei der neonazistischen Schweizer „Jungen Tat“ oder an der Seite des österreichischen Propagandisten Martin Sellner belegen.

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Neonazi-Gruppe „Rheinland verteidigen“ auch in Düsseldorf aktiv

Seit Anfang des Jahres tritt eine neue, neonazistische Gruppe mit dem Namen Rheinland verteidigen in Erscheinung. Erstmals wurde sie am 14. Februar 2026 beim Neonazi-Aufmarsch in Dresden gesichtet, als ihre Anhänger hinter einem antisemitischen Transparent mit der Aufschrift „Bombenholocaust“ herliefen.

14.02.2026 Neonazi-Aufmarsch in Dresden © Pixelarchiv

Ihre ersten, öffentlich wahrnehmbaren Aktivitäten im Rheinland datieren auf den 23. Februar 2026: Dabei wurden laminierte Propagandaplakate mit dem Logo der Gruppe gegen vermeintliche „Überfremdung“ in Düsseldorf-Oberbilk verklebt.1 Kurz darauf posierten sechs Personen mit dem Banner „Rheinland verteidigen – Remigration JETZT!“ auf dem Kirchplatz in Düsseldorf-Unterbilk. Seither häufen sich in dem Viertel neonazistische Sticker. Mitte März suchten Anhänger der Gruppe den Kirchplatz erneut für ein Fotoshooting mit demselben Banner auf – diesmal mit dreizehn Personen. Fotos der Aktionen wurden jeweils in sozialen Netzwerken veröffentlicht.

Bei einer Veranstaltung der Neonazi-Partei Die Heimat in Dortmund-Dorstfeld Ende Februar 2026 fungierten drei Mitglieder der Gruppe als Türsteher. Sie trugen dabei einheitlich „Rheinland verteidigen“-Shirts.2
Die drei Personen bilden aktuell den Kern der Gruppierung; zwei von ihnen sind namentlich bekannt:

Sven Gustavsohn (Jahrgang 1980) aus Düsseldorf-Unterbilk war bereits 2001 als Neonazi-Skinhead an einem gewalttätigen Übergriff auf Gäste einer linken Kneipe in Unterbilk beteiligt und wurde damals zu einem Jahr Jugendhaft auf Bewährung sowie 80 Sozialstunden verurteilt.3
Nach einer Phase im Rotlichtmilieu geriet Gustavsohn ab 2023 erneut in den Fokus antifaschistischer Recherchen. Seither ist er bei diversen Veranstaltungen der extremen Rechten in Düsseldorf zu sehen, etwa bei AfD-Infoständen und Saalveranstaltungen. Dabei hielt er sich überwiegend im Hintergrund, oft in Begleitung von Stefan Rasche, der in den 1990er-Jahren in den Rechtsrockbands Störkraft und Starkstrom aktiv war.

V.l.n.r.: Stefan Rasche, Sven Gustavsohn und ein weiterer Neonazi bei einer AfD-Kundgebung am 16.03.2024 im Zoopark in Düsseldorf © Antifa-Infoportal Düsseldorf

In den vergangenen zwei Jahren agierte Sven Gustavsohn als eine Art „Anführer“ in neu entstehenden neonazistischen Jugendstrukturen, unterstützte unter anderem queerfeindliche Proteste gegen CSD-Veranstaltungen und näherte sich – gemeinsam mit dem Kölner Alexander Mies – der Partei Die Heimat an.

Alexander Mies (Jahrgang 1989) gehörte noch 2025 dem neonazistischen Zusammenhang Der Störtrupp an. In Nordrhein-Westfalen geriet die Gruppe Mitte Juli 2024 in die Schlagzeilen, als ihre Anhänger beim Kölner Christopher Street Day Pride-Flaggen abrissen und queerfeindliche Parolen riefen. Zudem war Mies im April 2025 an einem versuchten Übergriff auf Antifaschist*innen in der Domstadt beteiligt.4

Neben einem dritten, bislang nicht namentlich identifizierten Akteur von Rheinland verteidigen präsentiert sich aktuell Wolf Dietrich Eichler (Jahrgang 1959) aus dem Rhein-Kreis Neuss als weiterer, selbst ernannter „Rheinlandverteidiger“. Eichler kandidierte 2020 erfolglos bei den Kommunalwahlen für die AfD in Neuss. Etwa zu dieser Zeit bewegte er sich im Umfeld der neonazistischen Bruderschaft Deutschland (BSD).5

Vernetzung zwischen AfD und neonazistischen Strukturen im Rheinland?

Bereits am 11. Dezember 2025 nahmen Eichler, Gustavsohn und Mies als Gäste an einer Veranstaltung der AfD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag teil. Dort posierten Gustavsohn und Mies höhnisch vor dem Porträt der im Mai 2025 verstorbenen Shoah-Überlebenden Margot Friedländer. Gustavsohn ließ sich zudem mit der stellvertretenden AfD-Fraktionsvorsitzenden Enxhi Seli-Zacharias fotografieren.6

Weitere Aufnahmen zeigen Gustavsohn inmitten der Düsseldorfer AfD-Politiker*innen Marco Vogt, Dr. Uwe Bresztowszky, Andrea Kraljic und Dennis Busch bei einem Vortragsabend mit dem rheinland-pfälzischen Landtagsabgeordneten Joachim Paul am 19. Juni 2025 im Dortmunder Wahlkreisbüro des Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich.

Screenshot TikTok: Vortragsabend mit Joachim Paul am 19.06.2025 in Dortmund zum Thema "Die Nibelungen – ein deutscher Mythos"
V.l.n.r.: Dennis Busch, Marco Vogt, Sven Gustavsohn, Dr. Uwe Bresztowszky und Andrea Kraljic

Auf lokaler Ebene zeigt sich zudem eine Vernetzung zwischen Sven Gustavsohn und dem Düsseldorfer AfD-Kommunalpolitiker Dennis Busch.
Busch leitet die AfD-Fraktion in der Bezirksvertretung Garath/Hellerhof, war Mitglied der Bruderschaft Deutschland und unterhält weiterhin Verbindungen zu ehemaligen Mitgliedern wie Ralf Nieland. Anhänger von Rheinland verteidigen sind darüber hinaus auf Gruppenfotos mit weiteren, ehemaligen BSD-Mitgliedern wie dem Solinger Steffan Reinhartz zu sehen. Insgesamt lässt sich Rheinland verteidigen als neuer Versuch werten, eine im Rheinland verankerte, lose an Die Heimat und die Jungen Nationalisten angelehnte neonazistische Struktur aufzubauen.
Bemerkenswert ist dabei die offenkundige Distanzlosigkeit zwischen Neonazis wie Sven Gustavsohn und AfD-Politikern wie Dennis Busch.

  1. https://x.com/InfoportalDUS/status/2026274969987022938 ↩︎
  2. https://x.com/InfoportalDUS/status/2027850688672264240 ↩︎
  3. https://terz.org/2002/0708/tigges-prozess.html ↩︎
  4. https://lotta-magazin.de/ausgabe/99/jungnazi-strukturen-in-nrw/ ↩︎
  5. https://x.com/InfoportalDUS/status/1325388250131918848 ↩︎
  6. https://x.com/InfoportalDUS/status/2000633851820102111 ↩︎
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