Proteste gegen AfD-Veranstaltung am 23. Februar in Düsseldorf-Garath

Der Düsseldorfer AfD-Kreisverband plant für Montagabend, den 23. Februar 2026 eine Veranstaltung mit Björn Höcke im Kulturhaus Süd in Düsseldorf-Garath.

Gegen diese Veranstaltung formiert sich breiter zivilgesellschaftlicher Protest: Ein Bündnis aus Initiativen, Parteien und Anwohner*innen organisiert mehrere Gegenproteste, um ein deutliches Zeichen gegen extrem rechte Ideologien zu setzen.

Geplante Protestaktionen

Das antirassistische Bündnis Düsseldorf stellt sich quer ruft zu einer großen Demonstration auf: Diese beginnt am 23. Februar 2026 um 17 Uhr am S-Bahnhof Düsseldorf-Garath (Koblenzer Straße). Von dort führt ein Aufzug zum Kulturhaus Süd. Ein eigener Jugendblock wird ebenfalls teilnehmen.1

Parallel dazu organisiert die Bürger*inneninitiative Garath tolerant und weltoffen ab 18 Uhr Kundgebungen und kreative Aktionen rund um das Kulturhaus Süd – unter dem Motto „Garath ist bunt, nicht braun“. Geplant sind unter anderem ein Lautsprecherwagen sowie vielfältige Beiträge aus dem Stadtteil.2

Auch der „Düsseldorfer Appell“ – ein überparteiliches Bündnis gegen Rassismus und Antisemitismus – und Ultras von Fortuna Düsseldorf rufen zum Protest gegen die AfD-Veranstaltung mit Björn Höcke auf.3

Hintergründe zum Redner und zum lokalen Kontext

Björn Höcke gilt als zentrale Figur des „gesichert rechtsextremen“ Flügels der AfD. Der von ihm geführte Thüringer Landesverband wird vom Verfassungsschutz entsprechend eingestuft; Höcke selbst wurde 2025 rechtskräftig wegen der wiederholten Verwendung einer verbotenen SA-Parole verurteilt.4 Seine Politik zeichnet sich durch Relativierung des Nationalsozialismus, antisemitische Rhetorik sowie die Propagierung einer völkisch-nationalistischen Agenda aus, wodurch er sich auch eine Reputation im neonazistischen Spektrum erworben hat. Vor diesem Hintergrund wirkt eine Ankündigung lokaler Neonazis auf Social Media, die Veranstaltung in Garath besuchen zu wollen, nur folgerichtig.

Eine deutliche ideologische Radikalisierung des Düsseldorfer AfD-Kreisverbands ist in den vergangenen Jahren zu beobachten:5 Sie äußert sich in offenen Sympathiebekundungen für den Dortmunder Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich (der sich selbst als „freundliches Gesicht des NS“ bezeichnet), in Einladungen an „Neue Rechte“-Ideologen wie Götz Kubitschek6, in einem gescheiterten Versuch, Martin Sellner als Gastredner zu gewinnen7, sowie in der Verdrängung gemäßigt auftretender Mitglieder8 zugunsten von Personen mit dokumentierten Verbindungen in neonazistische Kreise – etwa Dennis Busch (ehemals „Bruderschaft Deutschland“), der heute als Fraktionsvorsitzender der AfD in der Bezirksvertretung Garath-Hellerhof fungiert. 9 10

  1. https://duesseldorf-stellt-sich-quer.org/kein-platz-fuer-faschisten-in-duesseldorf-kein-raum-fuer-bjoern-hoecke/ ↩︎
  2. https://www.demokrateam.org/aktionen/der-faschist-bjoern-hoecke-in-duesseldorf-werden-wir-verhindern/ ↩︎
  3. https://rp-online.de/sport/fussball/fortuna/fortuna-duesseldorf-f95-ultras-schliessen-sich-protest-gegen-bjoern-hoecke-an_aid-143884153 ↩︎
  4. https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-02/bjoern-hoecke-thueringen-afd-landtag ↩︎
  5. https://www.viernull.de/politik/bjoern-hoecke-kommt-nach-duesseldorf-seine-ideologie-ist-laengst-da/ ↩︎
  6. https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/mit-kubitscheck-in-die-beobachtung-nrw-afd-100.html ↩︎
  7. https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/duesseldorf-afd-plante-auftritt-mit-rechtsextremist-martin-sellner_aid-129976109 ↩︎
  8. https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/austritt-aus-der-partei-verkuendet-die-afd-duesseldorf-ist-verloren_aid-131854583 ↩︎
  9. https://www.nrz.de/lokales/duesseldorf/article409786644/kontakt-zur-neonazi-szene-afd-kandidat-in-duesseldorf-im-fokus.html ↩︎
  10. https://www.tagesschau.de/investigativ/kontraste/afd-jugend-104.html ↩︎
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