Der Düsseldorfer AfD-Kreisverband plant für Montag, den 15. Juni 2026, eine erneute Vereinnahmung des öffentlichen Raums. Dieses Mal soll ein „Stadtrundgang“ durch das Japanviertel führen – ein Vorhaben, gegen das die Zivilgesellschaft bereits breiten Protest mobilisiert.
Die extrem rechte Partei nutzt die Aktion primär als Content-Fabrik für parteinahe Social-Media-Aktivist*innen. Unter dem Label einer „gelungenen Parallelgesellschaft“ wird die japanische Community für eine rassistische Nützlichkeitsdebatte instrumentalisiert. Die AfD konstruiert hier eine Klassifizierung, die Migrant*innen in „wertvoll“ und „wertlos“ sortiert. Diese Spaltungsstrategie dient als ideologischer Wegbereiter, um die fortlaufende Herabwürdigung von Menschen wie Geflüchteten und Muslim*innen zu legitimieren.
Der parteiübergreifende Gegenprotest steht hierbei geschlossen für Solidarität, Vielfalt und universelle Menschenwürde.1
Gegenproteste im Überblick:
- 16:00 Uhr | Johanneskirche (Martin-Luther-Platz): Zentrale Kundgebung der Evangelischen Kirche und des Bündnisses Düsseldorfer Appell. Es sprechen unter anderem Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) und Superintendent Heinrich Fucks. Begleitet wird die Aktion u.a. von einer lokalen Singer-Songwriterin.
- 16:30 Uhr | Immermannstraße / Kreuzstraße: Dezentrale Proteste direkt vor der Immermann-Apotheke, um der rassistischen Inszenierung vor Ort entgegenzutreten.2
- 18:00 Uhr | vor dem Bürgerhaus Bilk: Zudem mobilisiert das antirassistische Bündnis Düsseldorf stellt sich quer zum Gegenprotest gegen die AfD-Veranstaltung mit Michael Klonovsky. Der ehemalige Gauland-Berater gilt als strategischer Kopf der „Neuen Rechten“, der seine bürgerliche Fassade als Türöffner nutzt, um extrem rechte Ideologie gesellschaftlich salonfähig zu machen.3
